Angie

Angie – eine gute Hündin, die es unauffällig liebte

Am 29.4.2024 hat uns unsere Angie Richtung Regenbogenbrücke verlassen.

Einfach in der Früh nicht mehr aufgewacht, eingekuschelt neben ihrem Outdoorzelt, wie sie es das letzte halbe Jahr am liebsten tat.

Am 14.7.2019 kam Angie, damals Andy, als Pflegehündin zu mir. Ruhig, langsam, friedlich, mit viel zu dickem Fell für einen heißen Sommer. Sie wuchs mir genau mit dieser bedächtigen, unaufdringlichen Art sofort ans Herz. Ca. 7 Jahre war sie damals alt, zumindest war das die Schätzung der Betreuerinnen in Bosnien. Ich hielt sie aufgrund ihres Benehmens für älter, aber letztlich war das nicht mehr feststellbar.

Weil sie so gutmütig und sanft war, beschloss ich, mit ihr eine Therapiehundausbildung zu machen. Im Jänner 2020 begannen wir damit, waren auch recht erfolgreich unterwegs, als uns die Pandemie einholte. Abruptes Ende des Trainings und auch der Aussichten, als Therapiehund überhaupt arbeiten zu können… schade, Angie wäre sicher eine gute Therapiehündin geworden. Aber als sich alles wieder eingependelt hatte, war sie dafür ganz offensichtlich schon zu alt.

Angie war ein recht großer Hund, 40 kg schwer, 50 cm Schulterhöhe und weiß/schwarz. Trotzdem fiel sie in unserer Hundetruppe immer am wenigsten auf. Mit Vorliebe lag sie unter einem Busch auf kühlem Untergrund, selbst bei Regen kam sie nur ungern ins Haus, sie bemerkte die Nässe aufgrund ihres tollen Tornjak-Fells wohl erst Stunden nach Regenbeginn.

Und so unauffällig, wie sie gelebt hatte, ging sie auch von uns, letztendlich – trotz der bereits seit längerem sichtbaren Alterserscheinungen – überraschend, ohne Vorankündigung, ohne Änderung ihrer Gewohnheiten.

Angie war eine gute Hündin. Bei Heimkommen ihren Platz unter dem wilden Wein verwaist zu sehen, macht jeden Tag deutlich, wie sehr sie fehlt. Doch ich bin davon überzeugt, dass ihr Übergang über die Regenbrücke ein sanfter war, so, wie er zu Angie passte. Mach´s gut drüben, Angie!