Bella (vormals Gara)

Liebe Renate,

es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Bei uns war  – auch ganz abgesehen vom Einzug unserer Bella – viel los. Meinem Sohn tut Bella, die ihm eine so ruhige, geduldige und liebe Freundin ist, sehr gut.

Mittlerweile ist Bella wirklich bei uns angekommen, und wir konnten uns gegenseitig gut kennenlernen. Sie ist eine Seele von Hund – und ein wirkliches Geschenk für uns. Wir sind unendlich dankbar für sie! Ich glaube auch, dass sich Bella bei uns wohlfühlt. Am meisten genießt sie unsere gemeinsamen Spaziergänge – man könnte eher sagen „Streifzüge“, denn wir sind meist ziemlich weite Strecken gemeinsam durch Feld und Wald unterwegs. Ein richtig guter Spaziergang ist es für Bella, wenn Wasser im Spiel ist. Kommen wir an einen Bach (es reicht auch eine große tiefe Pfütze), stapft sie sofort hinein, legt sich genüsslich hin, und trinkt ein paar Schlucke. Manchmal erwischt sie dabei auch ein etwas stinkiges Wasser und ist dann voller Algen, aber was soll’s. Die beutelt sie dann eh wieder aus, und wenn sie trocken sind, bürsten wir sie weg (Bürsten steht hoch im Kurs und wird sehr genossen). Bella ist eine treue Begleiterin, sie geht absolut brav an der lockeren Leine und bleibt immer schön bei mir. An der Leine-Ziehen ist ihr total fremd. Ein Naturtalent!

Auch hat sie keinen wirklich ernsthaften Jagdtrieb; uns begegnen hier immer viele Wildtiere, meistens Rehe, Hirsche und Feldhasen. Lediglich ein Fasan hat sie einmal etwas in Aufregung versetzt – aber der ist auch direkt vor ihr hochgeflattert. Mit unserem Kater Lucky ist inzwischen eine friedliche Koexistenz entstanden (er hatte sie anfangs angefaucht, aber rasch verstanden, dass sie total ungefährlich ist), und auch die Kaninchen haben vor Bella nichts zu befürchten (auch, wenn sie sie immer wieder mit großem Interesse betrachtet). Bella fährt unglaublich brav in jedem Auto mit und hüpft schon ganz automatisch und unaufgefordert in den Kofferraum oder auf den Rücksitz. Stubenreinheit war auch nie ein Thema – darauf konnte man sich bei Bella von Anfang an zu 100% verlassen. Was machen in der Wohnung? Kommt nicht in die Tüte. Dafür markiert sie jetzt auf unseren Spaziergängen schon sehr ausgiebig und mit großer Begeisterung – auch ein Zeichen für mich, dass sie angekommen ist und sich hier auch richtig zu Hause fühlt. Ein Erbe aus ihrer Straßenhundezeit ist, glaube ich, ihr Wunsch, sich Höhlen zu bauen. Wir sind schon manchmal an größeren Holzstößen vorbeigekommen – Bella gräbt sich darunter flugs und mit großem Geschick eine Höhle, in die sie sich sichtlich zufrieden hineinkuschelt. Jetzt haben wir ihr zusätzlich zu ihren beiden Betten auch eine Filzhöhle ins Wohnzimmer gestellt, in die sie sich gerne zurückzieht.

Vor Fremden und besonders Männern (auch vor meinem Mann, leider) hat Bella nach wie vor Angst. Überhaupt fürchtet sie sich schnell, wenn es laut ist und viele Leute da sind. In solche Situationen kommen wir eh selten, aber wenn es so ist, versuche ich einfach, ihr ruhig und souverän zu zeigen, dass keine Gefahr droht. Bella ist nach wie vor sehr auf mich fixiert, aber inzwischen kann sie auch schon z.B. in ihrem Bett im Schlafzimmer liegen, während ich im Wohnzimmer bin, oder sie liegt derweil draußen im Garten in der Sonne. Eine selbstbewusste Körperhaltung sieht man bei ihr zwar nie, aber immerhin trägt sie inzwischen schon oft die Rute etwas höher und wedelt sogar manchmal, und beim Spazieren gehen und im Garten läuft sie zwischendurch immer wieder mal richtig ausgelassen und unbeschwert umher. Da geht mir dann immer das Herz auf.

Ein Leben ohne Bella können wir uns nicht mehr vorstellen. Sie ist das liebste und sanfteste Wesen, das man sich nur vorstellen kann und ist uns in Sachen Hundehaltung eine ungemein geduldige und liebe Lehrerin. Wir schätzen uns glücklich!

Anbei sende ich ein paar Fotos.

Ich werde mit Bella zu dem ACI-Fest am Samstag kommen !

Bis dahin viele liebe Grüß