Pepe
Mama hat gesagt, ICH soll Dir schreiben, weil sie dafür keine Zeit hat. TANTEEEEE, ich habe es geschafft. Nun bin ich adoptiert und offiziell Pepe P. Hab ganz schön lange dafür gebraucht und mir meinen Namen schwer erarbeiten müssen.
Du weißt ja, eigentlich kam ich nur als Pflegehund hierher. Zusammen mit meinem Bruder Peewee (Koda). Zwar war es bei Mama Liebe auf den ersten Blick, aber es sprachen viele 4- und 2beinige Gründe dagegen, dass ich bleiben konnte. Somit begann meine Zeit des Wartens, wo sich kaum jemand für mich interessierte. Nach Monaten der Ungewissheit wohin ich ziehen muss, fiel eine Entscheidung (Mama sagt, ich soll mich beim Vorstand bedanken – Ihr wisst schon wofür) und es folgte wieder eine Zeit des Wartens und Beobachtens, ob ich mich auch als Junghund mit den fix hier wohnenden Kumpels verstehen würde.
Diese Zeit habe ich gut genützt um Mama zu überzeugen, dass sie mich einfach braucht. Ich habe mich unentbehrlich gemacht und gewaltig eingeschleimt. *hihi
Ich sorge dafür, dass Mama genug Abwechslung und Bewegung bekommt und überrasche sie gerne. Abwechslung beschaffe ich ihr dadurch, dass sie oft raus kommt und wohin fahren muss um Dinge zu ersetzen, die sie braucht, und die ich irgendwie „zerlegt“ habe. Bewegung erhält sie durch das Einsammeln all der kleinen Futzerln und Stücke und Reparaturarbeiten. Und überraschen kann ich sie besonders gut, wenn Mama nicht zu Hause ist. Dann bemühe ich mich, viele Sachen in kleine Teile zu bekommen die ich liebevoll in der Wohnung verteile.
Ich halte Mama auch geistig fit. Bevor sie weg geht muss sie denken, was sie wo für mich verstecken soll. Aber selbst wenn sie alles versteckt, ICH finde meistens immer noch etwas, das Mama vergessen hat oder neu ins Spiel eingebaut wird. Sollte ich wirklich mal zu müde für eine Überraschungsparty gewesen sein, dann „tröstet“ mich Mama mit einem großen Leckerli.
Schon seit einiger Zeit bin ich auch Mamas Terminkalender. Dafür musste ich nur den in Papierform aufessen und den Rest in kleine Stücke zerreißen. Jetzt kenne nur noch ICH die Termine. Und um ganz sicher zu gehen, habe ich auch diese langen Dinger von dem – wie Mama das nennt – Laptop entfernen und anknabbern müssen. Seither bin ich auch noch Speicherplatz – was immer das auch ist.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei all meinen Kurzzeit-Geschwistern bedanken. Viele Ideen der Beschäftigungstherapie für Menschen stammen von diesen. Und all jenen, die wie einst ich, auf einem Pflegeplatz auf Eltern warten, möchte ich durch meine Geschichte Mut machen. Haltet durch, sitzt es aus. Seid nett wenn Besuch kommt, holt Euch die Leckerlis und dann entfernt Euch möglichst weit. Besonders, wenn jemand eine Leine in der Hand hält. Bei mir hat es geklappt. Es wurde dann immer jemand anders „abgeführt“ und ich konnte wieder HEIM gehen. Natürlich zeigt man sich zu Hause dann nur von der besten und liebsten Seite.
Liebe Tante Renate, da Du mich jetzt seit einiger Zeit nicht mehr regelmäßig siehst will ich Dir nur sagen, ich habe mich kaum verändert. Ich bin immer noch ein ganz lieber und braver Hund. Mama schwört drauf. Nur manchmal habe ich so einen Druck auf den Ohren, dass ich leider nur sehr schwer höre. Aber das ist meistens nur, wenn ich mit meinen Brüdern spiele. Mama nennt es: Das Leiden der Teenager. Sonst höre ich recht gut! Ich bin ein Schmeichler, benehme mich gut, bin sanft und belle kaum und solange Mama zu Hause ist kann ich auch ungestört tief und fest schlafen. Dann passt sie ja auf mich auf.
Ich soll Dir auch vom Rest meines Rudels schöne Grüße ausrichten. Von Timmy (vormals Rufus aus Nis), von Dona (Timmy´s Schwester die ja eigentlich der Oma gehört, aber heute bei uns ist) und von Davey. Und bitte lass den Pater schön mir grüßen und bedanke Dich in unserem Namen für die vielen Umarmungen, die er uns immer schickt. Mama knuddelt uns dann an seiner Stelle.
Ich schicke Dir ein paar Bilder von mir und meinen Brüdern und Dona bestand darauf, dass ich eines von ihr mitschicke.
Ich hoffe, wir sehen und bald wieder und bis dahin liebe Grüße – auch von Mama
Dein springender „KOJOTE“ Pepe









