Traurige Zeiten in BIH aufgrund von Corona

Das Corona-Virus hat leider auch einen dramatischen Effekt auf das ohnehin schon sehr schlechte Verhältnis Mensch/Tier in diesem Land. Die Folgen sind weit noch mehr Streuner, und die Hemmschwelle, Tiere „auf der Straße zu entsorgen“, ist endgültig gefallen!

Viele von den Hunden, die sich in menschl. Obhut befanden, finden sich nun in der „ungewollten Freiheit“ nicht zurecht, werden von Autos überfahren oder von anderen Streunern – aufgrund des nicht mehr vorhandenen Futterangebots – angegriffen.

Aber auch die Zahl jener Menschen, die genau diese Tiere erschießen, vergiften, jagen oder ihnen sonst wie nach dem Leben trachten, wird immer größer!

Für Father Anthony, Goga, die Helfer vor Ort und uns eine fürchterliche Situation. Für den Pater eine besondere Gewissensprüfung, die ihm alles abverlangt, da er hautnah am Geschehen ist und sieht, wozu die Spezies Mensch fähig ist! Lange Gespräche zwischen ihm und mir sind oft die Folge, um ihm moralische Unterstützung, neben der finanziellen Hilfe durch ACI, zu geben.

 

Update Goga 21.7.2020
Sarajevo

Hier die Fotos der alten Hündin nach der von ACI finanzierten OP. Wie man sehen kann, geht es ihr wieder sehr gut!

#wirsagendanke

 

Update Jasenka, 20.7.2020

Bilder, die weh tun!

Streuner, von ACI wohl mit Futter versorgt, aber in dieser Vielzahl ohne Chance auf ein „geregeltes“ Leben in Sicherheit!

 

Update Jasenka/Fra Tony 18.7.2020

Streuner, wohin das Auge reicht!
Ungewolltes Leben, vorprogrammiertes Tierleid, verursacht durch die Kastrations-Ignoranz allerorts in BiH.

Eine „never ending story“, die von Gleichgültigkeit und fehlender Empathie all jener zeugt, die es immer noch nicht geschafft haben, Hunde als leidensfähige und empfindsame Lebewesen zu sehen, und die ihnen nach wie vor jene Akzeptanz und Wertschätzung verwehren, die sie verdienen würden.

Tradierte, alteingesessene  Umgangsformen diesen wunderbaren Geschöpfen gegenüber, aber auch religions- oder kulturbedingte Barrieren, lassen kaum erahnen, dass auch diese Menschen im 21. Jahrhundert leben.

Eine traurige Situation, die Tierschützer immer wieder an ihre Grenzen stoßen lässt. Aber: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat verloren!“

In diesem Sinne hat ACI als Ersthilfe Geld zur Verfügung gestellt, mit dem Father Anthony ausreichend Futter für die Streuner gekauft – und an Jasenka übergeben – hat.

 

Update Goga 16.7.2020
Sarajevo

Goga fand diese Hündin, die jetzt Silva heißt, offenbar – aufgrund dieses riesigen Tumors – einfach ausgesetzt im Raum Sarajevos auf. Unverständlich, dass Menschen gleichgültig zuschauen können, wie sich eine derart große Geschwulst im Laufe der Zeit nach und nach entwickelt, aber noch trauriger ist es, dieses  ca. 8-9 jährige Tier dann einfach seinem Schicksal zu überlassen.

ACI hat bereits die erfolgreiche Entfernung dieses Tumors ermöglicht und wir freuen uns, berichten zu können, dass es Silva jetzt gut geht.

Sie befindet sich im Shelter von Goga und hat nun ein einigermaßen geregeltes Leben.

 

Update Goga, 15.7.2020
Sarajevo

Goga erhielt vor einiger Zeit einen Anruf eines Mannes, der seinerseits aber anonym bleiben wollte. Er meldete, dass ein Hund im Rinnsal neben einer Straße lag und offenbar schwer verletzt war.

Goga fuhr sofort los, ohne genau zu wissen, was sie in Wahrheit erwartete! Aber sie fühlte irgendwie, dass es schnell gehen müsse, und dass keine Zeit zu verlieren war.

Das Ausmaß der Verletzungen war schlimm, daher fuhr sie mit dem armen Rüden augenblicklich zu einem Vet, der seinerseits mit der Notversorgung begann.

Eine ganz tiefe, große, klaffende Wunde am Hals (mit dementsprechendem Blutverlust) und Verletzungen im Hals-Brust-Bereich und an den Beinen wurden sofort genäht.

Danach wurde er selbstverständlich in Gogas Projekt aufgenommen und befindet sich in der Zwischenzeit bereits wieder auf dem Weg der Besserung!

Dieses arme Tier hatte – trotz allem – noch Glück im Unglück, da ihm geholfen werden konnte, aber wie viele andere sterben – gerade jetzt, in dieser Sekunde – in BIH einen einsamen Tod….. angefahren…. schwerverletzt…….allein…. irgendwo auf der Straße…

 

Update Goga, 15.7.2020
Sarajevo

Ihr erinnert Euch an Opa Vucko (Dada Vucko), der am Anfang der Corona-Pandemie in das Goga-Projekt aufgenommen wurde?

Hier sind 2 neue Fotos von ihm, auf denen er im Schatten – während eines heißen Sommer-Tages im Juli – relaxt!

Lass es Dir gut gehen, Opi Vucko!

 

UPDATE Fra Tony vom 13.7.2020
(Tomislavgrad)

Die 4 Tierärzte der Veterinary-Station in Tomislavgrad sind in großer Not, da sie dringend eine neue OP-Lampe brauchen, um auch weiterhin ACI, wie bereits in den letzten 8 Jahren, tatkräftig unterstützen zu können.

Gerade für Operationen ist optimales Licht unerlässlich, aber in Zeiten von CORONA ist es für diese Tierärzte unmöglich, die finanziellen Mittel dafür aufzutreiben. Vom Staat her gibt es keinerlei Förderung oder Unterstützung, zudem liegen die Vets in BIH einkommens- und ausrüstungsmäßig weit unter dem Level ihrer Kollegen z. B. in Österreich, in Notzeiten von Corona aber droht der Betrieb nun völlig zum Erliegen zu kommen!

Dabei wäre ein routinemäßig funktionierender Normalbetrieb für all die Standard-Kastrationen von Streunern (Hunden und Katzen) unerlässlich!

Dr. Azra M., die jüngste Tierärztin im Team und sehr engagiert in die Arbeit von ACI in BIH involviert, wandte sich mit dieser Bitte an Pater Anthony.

Dieser gab diesen Hilferuf sofort an uns weiter, da ein Aussetzen der laufenden Kastrationen von ACI in dieser Region sofort eine Geburtensteigerung von Streunern zur Folge hätte!

Das absolut billigste Modell einer Op-Lampe, auf einem Stativ mit Rädern, kostet 2550.- KM, umgerechnet 1300.-€, die anderen Ausführungen gehen preismäßig bis zu 2500.- € hinauf.

Wir hoffen auf ein „offenes Ohr“ der großen ACI-Familie, damit wir den reibungslosen OP- und Kastrations-Betrieb vor Ort weiterhin garantieren können!

IBAN:   AT252011121177512201

#wirsagendanke

Die Beschreibung der benötigten Op-Lampe finden Sie hier:

Original-Text Pater Anthony:

Dear ACI friends,

I am asking for some much needed help for the veterinary surgery in Tomislavgrad. For several years now the four vets at the veterinary surgery in Tomislavgrad have been working very hard to sterilize all the stray dogs in the Tomislavgrad region. The veterinary station receives almost no financial assistance from any local or government institution. All four vets have supported the work of ACI in this region. Many many times they have worked with ACI dogs and do not ask for any money for their services. The youngest vet Azra M. has shown a special interest in the work of ACI in helping stray dogs in Bosnia and Herzegovina. None of the vets here in Tomislavgrad earn a high wage as they would in Austria or Australia. The veterinary surgery is in need of a lamp for the continued sterilization of stray cats and dogs. For many years they have been working with a lamp which is not suitable.  For precision and quality of work in sterilization of dogs and cats the vets need a good lamp. I beg ACI friends to help us to purchase a lamp so that the vets can continue their work in sterilizing the poor stray dogs in the Tomislavgrad.

Thank you, fra Tony

 

Update Father Anthony  9.7. 2020
(Šuica, Tomislavgrad, Konjic)

Die Zahl der ausgesetzten und verstoßenen Hunde hat einen traurigen Rekord erreicht.

Für Menschen dieser Region bedeutet das Corona-Virus offenbar den Blank-Scheck, verantwortungslos handeln zu können. Hunde jeglichen Alters werden verstoßen, entsorgt und sich selbst überlassen! Streuner aber werden üblicherweise nicht alt, da sie tagtäglich mannigfaltigen Gefahren ausgesetzt sind:

Für viele Menschen vor Ort als absolutes Feindbild, werden sie verfolgt, gejagt, vergiftet, zu all dem fordert auch der Straßenverkehr sein blutiges Tribut. Angefahren oder schwer verletzt, werden die Opfer unversorgt sich selbst überlassen, diverse schwere Knochenbrüche oder anderweitige Verletzungen bleiben unbehandelt, wachsen „wild“ zusammen, und die Tiere gehen leidens- und schmerzmäßig durch die Hölle.

Viele verunfallte Hunde, die ACI im Laufe der letzten 10 Jahre in Österreich (nach)operieren und wiederherstellen hat lassen, zeugen davon, dass auch im 21. Jahrhundert ein Tier in BiH meist Null-Stellenwert hat!

Diese hübschen Puppies auf den Fotos sind sehr scheu, lassen sich von Pater Anthony nicht anfassen und werden wahrscheinlich, sollten sie ihre Angst vor ihm nicht verlieren – oder nach wie vor kein Vertrauen zu ihm (durch Anfüttern) aufbauen können – bald nicht mehr am Leben sein.

Da sich ihr Lebensraum gleich neben einem stark befahrenen High-Way befindet, ist eine Katastrophe nahezu unausweichlich. Auf der Straße geboren worden zu sein und dort leben zu müssen, bedeutet meist den Tod, oftmals schon nach wenigen Tagen oder Wochen.

Das Schicksal kann hart und unbarmherzig sein, aber wir wollen nicht tatenlos zusehen!

BITTE HELFT UNS HELFEN!
IBAN.: AT252011121177512201
#wirsagendanke

 

Update 8.7.2020 Father Anthony
(Šuica , Tomislavgrad, Konjic)

Die Zahl der Straßenhunde nimmt, bedingt durch mangelnde Kastrationen von öffentlicher Hand und das Corona-Virus, stetig zu. Menschen verstoßen ihre Tiere, ohne daran zu denken, welch grausame Folgen das für Hunde und Katzen hat.

Letztes Wochenende machte Pater Anthony einen Hausbesuch bei einer bedürftigen Frau und ihrem körperlich beeinträchtigten Mann, um ein Caritas-Essenspaket vorbei zu bringen.

Da es in BiH keinerlei staatliche Unterstützungen für Menschen, die am Existenz-Minimum leben, gibt, sind seine Besuche immer sehr willkommen.

Beim Hauseingang bemerkte er sofort ein dünnes, weibliches Puppy, das vorsichtig auf ihn zu kam. Auch die Frau bat ihn gleich, sich des Puppies anzunehmen, da man es bei ihr, ca. 10 Tage zuvor, vor der Türe, ausgesetzt hatte.

Somit fand die Kleine Aufnahme in unserem Mensch-Tier-Projekt , und ein Tierarzt – Besuch am Montag ergab – dass es , mit Ausnahme der Unterernährung, ganz gesund ist.

In diesem Zusammenhang bat der Pater um weitere Unterstützung seitens der großen ACI-Familie, da er nur dadurch auch weiterhin alles tun kann,
„um die Welt zu einem besseren Ort für Mensch und Tier zu machen.“

 

Hier der O-Text des Paters:

Dear ACI friends please continue to support our work and efforts in order to make this world a better place for humans and animals,

LOVE and peace, fra Tony

 

Update Fra Tony, 6.7.2020
(Šuica, Tomislavgrad, Konjic)

Hier ein trauriges Beispiel dafür, wozu unsere Artgenossen fähig sind:

Vor einigen Tagen fand der Pater auf den Straßen von Šuica ein alten, ausgemergelten Hund, der nur noch aus Haut und Knochen bestand. Was musste der arme Kerl mitgemacht haben, denn sein rechtes Vorderbein war total zertrümmert.

Wie viele Wochen und Monate des Leids und der Schmerzen hatte er bereits hinter sich? Ein Autofahrer hatte ihn auf dem Gewissen, und dieser war – ohne sich weiter um ihn zu kümmern – einfach weiter gefahren.

Aber auch viele andere, die diese arme und hilflose Kreatur, am Straßenrand liegend, gesehen haben müssen, halfen nicht!

Eine endlose Zeitspanne muss vergangen sein, in der niemand, absolut niemand, diesem guten Geschöpf zu Hilfe gekommen wäre! Somit wurde der arme Kerl immer schwächer und schwächer…

Der alte Rüde hätte eine Narkose zur Amputation des Beines nicht überlebt, somit kamen Fra Tony und ich überein, ihm den einzig richtigen und notwendigen, letzten Liebesdienst, zu erweisen, und ihn friedlich für Immer einschlafen zu lassen.

Dieses Geschöpf Gottes hatte die Hölle bereits auf Erden durchgemacht….möge er jetzt die Liebe finden, die ihm auf Erden nicht vergönnt war!

R.I.P.